Im Herzen der Insel Fuerteventura befindet sich eines der großen ungelösten Rätsel der jüngeren Geschichte. Dies hat das Interesse vieler Menschen geweckt, die die Geheimnisse der Casa de los Winter entdecken möchten, die sich in der abgelegenen Naturlandschaft von Jandía, nahe dem Strand von Cofete, befindet und deshalb auch als „Chalet von Cofete“ bekannt ist.
Doch was macht die Casa Winter mitten im Nirgendwo? Wer ließ sie bauen und warum? Diese Fragen haben zahlreiche Legenden und Spekulationen hervorgebracht, obwohl wir uns in diesem Fall ausschließlich auf dokumentierte Beweise stützen und okkulte Theorien außer Acht lassen.
Bau der Casa Winter
Der Bau der Casa Winter, die sich in einem abgelegenen und schwer zugänglichen Gebiet befindet, begann im Jahr 1946. Traditionell konnte man sie nur nach stundenlangen Fußmärschen oder mit dem Kamel erreichen. Zwar gibt es heute eine Straße, doch die Bedingungen machen den Zugang weiterhin schwierig. Die Casa Winter befindet sich in Cofete, auf einer Ebene zwischen Bergen und einem ausgedehnten Strand, was viele Fragen über die Gründe für ihren Bau und ihre besonderen Merkmale aufwirft.
Trotz der Zeit hat die Villa ihren luxuriösen Glanz bewahrt. Sie wurde aus Stein und Beton errichtet und verfügt über einen imposanten Turm auf der rechten Seite mit großen Fenstern, die einen Panoramablick auf den Horizont von Fuerteventura bieten. Auch das Innere ist beeindruckend, mit zwei Etagen, die exklusive Räume wie Speisesäle mit Kaminen, Schlafzimmer und weitere Räume unklarer Funktion beherbergen. Alle Räume sind um einen Innenhof angeordnet und verfügen über Balkone mit privilegierter Aussicht. Sogar originale Dekorationselemente sind erhalten geblieben, wie ein geschnitztes Krokodil aus Holz.
Der Bau begann im Oktober 1946 unter der Leitung des deutschen Ingenieurs Gustav Winter. Die ersten zwei Jahre waren intensiv, danach verlangsamten sich die Arbeiten, und ab 1954 ist nicht eindeutig belegt, ob das Gebäude vollständig fertiggestellt wurde. Da Gustav Winter während des Baus in Madrid lebte und wöchentliche Berichte mit Fotos erhielt, konnte der Fortschritt detailliert dokumentiert werden.
Dieser Schriftwechsel zwischen dem Eigentümer, dem Ingenieur und dem Arbeitsteam ist eine wertvolle Informationsquelle über Budget, Baufortschritt und Personal. Dennoch bleibt die Absicht hinter dem Bau dieses abgelegenen Gebäudes unklar, was zahlreiche Theorien und Legenden hervorgebracht hat.

Die Geschichte der Villa Winter
Die Geschichte der Villa Winter ist vielfältig, doch die offizielle Version besagt, dass Gustav Winter dieses Gebäude errichten ließ, um seine Sommer auf Fuerteventura fernab vom Alltag zu verbringen. Die Existenz von natürlichen Höhlen unter dem Gebäude sowie Winters deutsche Herkunft während des Zweiten Weltkriegs haben die Fantasie vieler Menschen angeregt. Dies wurde noch verstärkt, als bekannt wurde, dass die Familie das Anwesen trotz der großen Investition nie nutzte.
Interessanterweise waren die ersten Bewohner nicht die Eigentümer, sondern die Bauarbeiter. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit wohnten sie zunächst im Keller und später in den Hauptzimmern während der Bauphase. Ab 1951 wurde eine Straße gebaut, die Gustav Winter den Zugang erleichterte, sodass er mehrere Tage vor Ort verbringen konnte. Er war so begeistert, dass er schriftlich festhielt, wie er die unfertige Villa Persönlichkeiten und lokalen Behörden zeigte.
Sein Ziel war es, Jandía als Reiseziel unter seinen Landsleuten zu fördern. Nach seiner Rückkehr nach Berlin im Jahr 1958 versuchte er, das Anwesen zu vermieten, jedoch ohne Erfolg. Das Haus blieb größtenteils leer, abgesehen von gelegentlichen Vermietungen an Freunde. Finanzielle Probleme führten schließlich dazu, dass ein Großteil des Anwesens verkauft und später in vier Teile aufgeteilt wurde.
1965 entschied Gustav Winter im Alter von 72 Jahren, seinen Anteil zu verkaufen und ein kleineres Haus in Las Palmas de Gran Canaria zu kaufen. Gleichzeitig wollte er sicherstellen, dass sein Anwesen nicht verlassen blieb, und bezahlte die Familie Pérez Acosta, damit sie dort lebte und es pflegte. Nach zweieinhalb Jahren stand das Haus erneut leer.
Wie man nach Cofete und zur Casa Winter gelangt
Früher war der Zugang nur zu Fuß oder mit Tieren möglich. Seit 1951 gibt es jedoch eine Straße, die dem heutigen Verlauf entspricht. Ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch ist das IFA Altamarena Hotel, von wo aus die Straße Punta de Jandía direkt dorthin führt.
Zusammenfassend ist die Casa Winter ein verborgenes Stück Geschichte an einem abgelegenen Ort in Fuerteventura. Dennoch zieht sie weiterhin Besucher an, die von ihren Legenden und ihrer einzigartigen Architektur fasziniert sind.

